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Türchen Nr. 20 ###Annahme###

Annahme - ein vielseitiges Wort zum 4. Advent

 

Ich habe mir zu Beginn dieser Kalenderreihe viele Worte aufgeschrieben. In den letzten Tagen jedoch habe ich mehr auf meine Intuition gehört und das genommen, was am Tage in mir groß geworden ist. 

 

Seitdem ich in der Pflegebranche beschäftigt bin, habe ich zahlreiche Menschen kennengelernt, die hilfsbedürftig waren aber keine Hilfe annehmen wollten bzw. konnten. Denen war im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu helfen. Sie haben die Angebote nicht angenommen, die ausgestreckten Hände nicht ergriffen. Mag es falscher Stolz gewesen sein oder einfach nur das nicht loslassen können. Sie taten mir leid, denn eigentlich waren sie Opfer ihrer selbst und oft sehr misstrauisch.

 

Also eine Fassette der Annahme ist das Annehmen von Hilfe. Sicher hast du auch schon anderen geholfen, warum also tust du dich so schwer, auch einmal etwas anzunehmen, wenn du hilfsbedürftig bist. Lege den falschen Stolz ab, du kannst nicht immer stark sein. Das Leben wird leichter, wenn du das lernst und ausgestreckte Hände ergreifst.

 

Ein zweiter Aspekt der Annahme ist, sich selbst anzunehmen. Wie viel mäkelst du an dir herum? Hier zu viel und da zu wenig. Sein wie der oder die, das wäre so schön. Bringt dich das weiter, wenn du so denkst? ICH meine, es lenkt vom Wesentlich sehr wesentlich ab. Wie leicht wird es, wenn du dich so annimmst, wie du bist? Ein Beispiel: Wenn sich ein Redner vor jedem Auftritt zwei mal übergeben muss, vor lauter Aufregung, hat er entweder den falschen Beruf gewählt oder nimmt sich einfach selbst zu ernst. Er will etwas darstellen, was er nicht ist. Wenn er einfach so sein würde, wie er ist, wäre der Druck auf einmal weg. Warum? Weil ihm dann egal wäre, wie andere über ihn denken, weil er frei wäre, weil er aufhört, sich mit anderen zu messen. 

Sich so anzunehmen, mit seinen Stärken und auch den Schwächen, das macht frei und unabhängig. 

 

Der dritte und für heute letzte Punkt ist: "Was man nicht annimmt, kann man auch nicht ändern."

Sei dir bewusst, dass alles, wogegen du dich sträubst, jedoch nicht zu ändern ist, dein Leben beeinflusst und ganz viel von deiner Energie bekommt. Du willst es verdrängen und denkst geradezu ständig daran. Es geht dir im Kopf herum und es beschäftigt dich. Erst, wenn du es akzeptiert hast, wird es friedlich in dir und du kannst dich an die Lösung machen. So lange du dagegen ankämpfst, geht die Energie komplett in den Gegendruck, es bleibt keine Zeit und Kraft für die Auflösung oder einen Richtungswechsel. 

 

Wie du siehst, ist Annahme ein reichhaltiger Begriff. Ich könnte daraus gleich mehrere Türchen machen. Doch will ich es bei diesen drei Punkten bewenden lassen.

 

1. Hilfe annehmen

2. sich selbst annehmen

3. erst annehmen, dann ändern

 

Wir dürfen lernen, sowohl das, was uns nicht gefällt als auch das Gute und Schöne anzunehmen. Hör auf zu denken, dass du es nicht verdient hättest! 

 

Sei kein Annahmeverweigerer!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Birgit (Sonntag, 20 Dezember 2020 08:39)

    So toll einfach. Fühl dich lieb umarmt von uns����dir und deiner Familie einen gesegneten Advent

  • #2

    Gitti (Sonntag, 20 Dezember 2020 09:31)

    Lieber Daniel �
    Danke für die wertvollen Gedanken zum Stichwort Annahme. Ich habe mich in allen 3 Facetten wiedergefunden. Was mir besonders schwer fällt ist, Hilfe anzunehmen, wenn ich keine Kraft mehr habe. Aber das hast Du mit mir ja hinlänglich erlebt. Es ist noch viel Arbeit, bis es endlich gelingt das Wort Annahme mit Leben zu füllen.
    Euch allen einen schönen 4. Advent.